Donnerstag, 16. April 2009

Urlaub in Iringa und Arusha

Ich bin seit einigen Tagen aus dem Urlaub zurück. Ich bin etwas im Land rumgereist. Mein erstes Ziel war Iringa, dann sollte es über Mbeya zum Lake Nyasa gehen. Das war der Plan.
Letzte Woche Montag (der 6.04.09) bin ich nach Iringa aufgebrochen. Die Busfahrt dahin war sehr entspannt und es gab viel zu sehen. Erst bin ich durch den Mikumi Nationalpark durchgefahren (die Hauptstraße geht da mittendurch). Dort konnte ich noch mal ein paar Elephanten, Giraffen und Büffel sehen. Später fuhren wir dann so langsam in die Hochebene. Da gabs dann richtig viel zu sehen. Ersteinmal die wunderschöne Landschaft mit grün bewachsenen Hügeln, dann die Affen an der Straße, die nicht selten wie ein Auto guckten, wenn der Bus an ihnen vorbei fuhr und sie Platz machen mussten und zuletzt natürlich mehrer umgekippte LKWs und liegengebliebende Busse, wie das halt immer so ist.
Am späten Nachmittag kam ich dann in Iringa an. Da hab ich schon gesehen, dass Iringa wirklich eine sehr schöne Stadt ist, vorallem die Landschaft im Hintergrund ist beeindruckend. Es soll ja auch die schönste Stadt Tansanias sein. Dem kann ich bis jetzt auch nicht wiedersprechen. Joschka (vom Zwischenseminar) war bei meiner Ankunft schon da, um mich abzuholen. Wir sind dann, nach einer kleinen Stadtführung, etwas Essen gegangen. Es gab Kiti-Moto. Das ist keine Katze, sondern nur fritiertes Rindfleisch, was man Kiloweise bestellt. Ich bin dann erst zu dem Schlachter, bei dem ich mir dann ein halbes Kilo leicht richendes rohes ungekühltes Rindfleisch abholte. Ein ganzes Kilo schein mir etwas viel.
Als das fritierte Fleisch nach einer Stunde endlich fertig war, sah es aber nicht mehr nach einem halben Kilo aus. Ist ja auch klar, das meiste Fett wurde verbraten, was übrig blieb waren die vielen Knochen, Fleisch und knusprieges Fett. Zum Glück hatte ich noch Chipsi (so ne Art Pommes). Es war ganz lecker. Und viel leckere als ich am Anfang dachte (bei dem Geruch und dem sehr vielen Fett).
Der nächste Tag war sehr entspannt. Ich hab mir etwas die Stadt angeschaut, aber vor allem die Uni in der Joschka und Felix arbeiten.


























Am Mittwoch hab ich dann erfahren, dass ich meinen Reiseplan leider nicht weiter verfolgen kann. Denn Joschka, Felix und die anderen Amani-Freiwilligen hatten noch so eine Art Seminar am Lake Nyasa. Ich wollte mich ihnen eingentlich Anschließen, aber da es ja kein gemeinsamer Urlaub war, sondern ein Seminar ging das natürlich nicht mehr.


Ich entschoss mich kurzerhand nach Arusha zu fahren und Brigitte und Barbara zu besuchen.
Doch den Mittwoch nutzte ich noch, um Iringa und Umgebung etwas mehr zu Erkunden. Morgens bin ich auf einen großen Felsen in den Hügeln am Rand von Iringa gewandert. Dort hab ich dann etwas die Aussicht und die Ruhe genossen.
















Am Nachmittag bin ich dann zum Isimila Stoneage gefahren. Da gab es gleich zwei Attraktionen. Einmal das „Stoneage“. Das sind die Überreste von einer Ausgrabungsstätte für steinzeitliche Fünde, wie z.B. Steinwerkzeuge. Die andere Sache sind Steinsäulen, die ein Fluss in jahrtausendlanger Arbeit geschaffen hat.
Das Stoneage war für mich weniger Interessant, da es eigentlich nur noch große Steinhaufen und das durch die Ausgrabungen geschaffene Tal zu sehen gab. Ein Fachmann hätte da sicher noch was finden können, aber ich hatte dafür keinen Blick.
Die Steinsäulen waren dagegen sehr beeindruckend. Bestimmt bis zu sechs Meter hoch. Aber das seht ihr ja selbst.



















































Der Rückweg war dann noch mal sehr aufregend. Es war schon später Nachmittag, die Wolken sahen nach Regen aus und es war in dieser ländlichen Gegend schon sehr ruhig.
An der Landstraße wurde es nicht besser. In die Gegenrichtung kamen aber in regelmäßigen Abständen DallaDallas. Nach kurzer Wartezeit kam dann auch ein Dalla. Zumindestens sah ich es in der Ferne. Vor dem Dalla kamen aber noch drei LKWs. Ich hab mich schon gefreut, da es ja recht schnell ging. Doch als der letzte LKW in Sichtweite war, war das Dalla verschwunden. Es überholte gerade den LKW und übersah mich dabei glatt. „Schade“, dachte ich.
Die Minuten verstrichen langsamm, es kamen immer weniger Autos, doch in die Gegenrichtung immer mal wieder Dallas. Inzwischen war das vierte Dalla dort vorbeigefahren. Die Wolken sahen immer bedohlicher aus. Vor mir regnete es, links von mir regnete es sehr stark, die Wolken waren dort schwarz, hinter mir regnete es auch.
Immer noch kein Dalla in sicht.
Jezt wurde es richtig Still. Autos kamen gar nicht mehr, nur noch Fahräder, die anscheinend Wasser in die Dörfer brachten. Langsam machte ich mir wirklich sorgen. Per Anhalte nach Iringa zu kommen hat bisher auch nicht geklappt.
Inzwischen regnete es rechts von mir auch, dort sogar am stärksten.
Doch dann endlich nach 40 langen Minuten in der Einsamkeit kam ein DallaDalla. Es war total überflüllt. Ich konnte mich da noch gerade reinquetschen. Ich stand da nun in diesem engen Raum auf einem Fuss, mein Oberköper war fast waagerecht, da das Dach so niedrig war. Also im großen und ganzen Unbequem. Mir stand jetzt eine 20 Minuten lange fahrt bevor. Dachte ich zumindestens. Mit der Zeit wurde mir klar, dass wir nicht mehr vor Iringa anhalten. Leute aufnehmen konnten wir sowieso nicht mehr, dafür stieg leider auch niemand aus. Also blieb ich so stehen. Meine Arme und mein Bein fingen an einzuschlafen. Doch dann waren wir plötzlich schon da. Das waren mal gute Nachrichten.
Froh endlich auszusteigen, merkte ich das der Regen, der zwischenzeitlich Aufgehört hat, wieder angefangen hat. Ich konnte mir gerade noch die Regenjacke anziehen, bevor es dann richtig losging. Innerhalb von Minuten waren meine Hose und meine Schuhe durchnäßt. Da ich Joschka nicht erreichen konnte bin ich erst mal im strömenden Regen zur Uni gelaufen. Da ich ja schon nass war, machte das ja auch keinen Unterschied mehr.
Leider musste ich in der Uni feststellen, dass Joschka und Felix schon zuhause waren. Also wieder zurück an die Straße, diesmal durch mehrere neuentstandene Flüsse. Ein Taxi nach Hause zu kriegen war auch ne Schwirigkeit. Doch ich habs schließlich geschafft.



Am nächsten morgen gings nach Arusha. Vierzehn Stunden Busfahrt standen mir bevor.
Die vergingen doch dann ganz schnell. Arusha war dann ganz entspannt. Ich habe viel gelesen. Aber es gab natürlich auch Programm. Wir sind zum Beispiel auf einen der Hügel um den Mount Meru gelaufen und haben uns Arusha von oben anschauen können.
An einem anderen Tag bin ich dann in den SnakePark gefahren. Der Name war auch Programm.
Es war natürlich beieindrucken diese Schlangen mal wieder zu sehen (die Zoobesuche sind schon so lange her), aber es war auch irgendwie erschreckend, wenn man da so zwei 3-4 Meter lange Phytons in einem 2m² Glasskäfig sieht. Etwas zu klein. Find ich.
Das tollste Erlebnis war aber, das ich eine kleine Würgeschlange um den Halz gelegt bekommen habe. Am Anfang war mir da etwas Unwohl, vorallem da ich (noch) dachte, das die Schlangenhaut tatsächlich nass ist. In diesen ersten 5 Sekunden wurde auch das Foto gemacht.
Doch ich realisierte dann, dass die Schlange gar nicht nass ist, es ist eher wie frisch gewachstes warmes Leder. Gar nicht so unangenehm. Mit dem Schlangenkopf in der Hand hab ich dann noch ein paar Nahaufnahmen gemacht und hätte sie gerne noch etwas länger behalten, aber hinter mir hat sich dann schon einen Warteschlange gebildet. Deshalb musste ich sie abgeben.
Achso, Krokodile gabs auch zu sehen.




































































































Am Dienstag (der 14.04) ging es dann auch wieder zuück nach Dar. Leider hab ich diesmal einen nicht so guten Bus erwischt. Nach ca. 2 Studen fahrt, war die wohl schon angeschlagene Hinterachse abnormal verdreht. Das sah überhaupt nicht gut aus. Der Busfahrer und sein Kollege haben dann versucht das zu richten, indem sie mit dem Hinterreifen gegen ein großen Stein fuhren. Das sah wirklich nicht gesund aus. Nebenbei tropfte die ganze Zeit Öl aus dem Motor. Die linke Seite des Busses war auch schon etwas vom Öl geschwärzt.
Nach zwei Stunden haben sie es dann endlich hinbekommen. Die Hinterachse haben sie dann noch mit einer Eisenkette gesichert. Sicherheit ist was anderes.
Eine Stunde später gabs dann das andere Problem. Das Öl war alle. Die linke Busseite war nun nur noch schwarz. Jetzt hieß es wieder warten, diesmal aber nur auf neues Öl. Das hat aber auch zwei Stunden gedauert.
Dann ging es endlich weiter. Diesmal ohne weitere Unterbrechungen. Allerdings hab ich mir bei jedem Geschindigkeitsbegrenzungshubbel sorgen um die Haltbarkeit der Hinterachsensicherung gemacht. Hat aber irgendwie gehalten.
Letztendlich bin ich dann gut in Dar angekommen. Darüber war ich auch irgendwie etwas froh.
Endlich zuhause.