Freitag, 13. März 2009

Das Goethe Institut


Gestern, Donnerstag, der 12.03.2009, war ich zum ersten Mal im Goethe Institut Tansania. Es scheint, als ob das überall auf der Welt tätig ist. Es hat bei vielen öffentlichen Veranstalltung, wie z.B. das europäische Filmfest oder das Musikfestival „Sauti za Busara“ (Klänge der Weisheit) auf Sansibar, seine Finger im Spiel.

Das Goethe-Institut hatte gestern eine Veranstalltung mit dem Thema „Poetik“. Wir dachten, da käme etwas mit Musik. Aber da wir nun schon mal da waren, sind wir natürlich geblieben. Es wurden gerade Kurgeschichten vorgelesen. Eine war schon ziemlich weit fortgeschritten, dort stiegen wir also nicht mehr ein. Die nächste fing dann aber auch recht bald an. Die ging ziemlich Sinnhalft los. Ich war gespannt, worauf das hinausläuft. Denn die Beschreibungen waren scheinbar eindeutig etwas sexuelles. Doch ich konnte daran nicht so recht glauben, vorallem weil über der Bühne ein Plakat mit der Aufschrieft: „What ever you think, (nun in spiegelverkehrter Schrift) Think the opposite“. Zum Schluss in der Auflösung kam dann natürlich so etwas harmloses wie eine Zahnwurzelbehandlung oder Kaugumie raus. Aber es war schon witzig anzuhören.

Das Puplikum war ein Mix aus der tansanischen (Bildungs)Oberschicht, einigen Weißen (ca. 30%), sowie normalo Tansaner, die sich einfach Mal die Show anschauen wollten.

Später wurden auch Gedichte mit Begleitung von afrikanischer Tromelmusik vorgetragen und ein Theaterstück vorgeführt. Im Großen und Ganzen war es schon eine tolle Veranstalltung. Anders als erwartet, aber toll.

Mich hat es schon überrascht, dass unter dem so lesescheuen Volk (ACHTUNG: Nichtbestätigtes Vorurteil), so gute Dichter und Poeten zu finden sind.

Es gibt ein nicht ganz ernstgemeintes Sprichtwort, dass vielen Weißen hier in Tansania begenet: Wenn du etwas vor einem Tansaner verstecken möchtest, dann verstecke es in einem Buch. Das ist etwas, was jener nie öffnen würde.

Aber meine Theorie dazu ist eigentlich ganz einfach. Genauso wie die Tansaner das Telephon übersprungen haben, und gleich zum Handy gekommen sind, so haben sie das Lesen gelassen und gleich Filme geschaut.

Naja, der vergleich trifft es nicht ganz, aber ich möchte nur erinnern, das in Europa das Lesen lange Zeit als Zeitverschwändung galt.

In diesem Sinne, ich hoffe ihr hattet Spaß beim Zeitverschwen..., ähh ich meine lesen.