Mittwoch, 12. November 2008
Der Überfall
Gestern waren wir auf einem Musikfestival. Es wurde viel afrikanischer HipHop gespielt, das meiste davon war leider nicht mein Fall. Die (guten) Interpreten am Anfang wurden dann von schlechteren Bands und Interpreten abgelöst. Zwischen durch gab’s mal das eine oder andere Highlight, aber leider immer viel zu kurz. Und TMK, eine der besten und bekanntesten Bands und Tanzgruppen Tansanias, hat uns allen nur eine, aber dafür richtig richtig gute, Tanzeinlage geboten. Etwas enttäuschend.
Die amerikanische Sängerin danach, der Headliner des Festivals, war auch nicht der Hit. Erst mal lief ne Diashow mit dem weinenden Obama, seinen Kinder, seine Frau, irgendwelche „Fans“ aus der ganzen Welt und dann noch ein paar Bilder mit glücklichen Menschen ohne erkennbaren Zusammenhang mit den USA oder Obama. Fand ich schon ziemlich übertrieben. Ok, er ist der erste Afroamerikanische Präsident der USA und ich bin gerade in Afrika, die das natürlich ganz toll finden. Aber man weiß ja trotzdem noch nicht, ob er ein besserer Präsident als Bush ist. Das wird sich erst zeigen.
Ihr Auftritt fing dann eigentlich mit einer sehr guten Show an, doch verlor schnell an Farbe, als sie anfing zu singen. Dafür war das afrikanische Publikum gut drauf und hat Stimmung gemacht. Es war also trotz ihr ein guter Abend.
Als wir aus dann auf den Rückweg machten, wurde es dann schon brenzlig. Kurz nach dem Ein- und Ausgang war der Busstand. Dort fuhr leider gerade keine Daladala (Bus) nach Posta, deshalb mussten wir ein Taxi für zwei von uns auftreiben.
Als ich (als letzter der Gruppe) am letzten Daladala vorbeikam, versuchte jemand in meine Hosentasche zu langen und zu klauen. Ich konnte das verhindern, indem ich meine Hände auf die Hosentaschen presste, gerade noch rechtzeitig. Ich war etwas mit diesem Vorfall beschäftigt und lief den anderen einfach nur hinterher, ohne wirklich darüber nachzudenken, dass das eben nicht nur ein Einzelfall gewesen sein könnte. Ein Fehler! Wir liefen gerade zwischen Autos hindurch, als wir von einer großen Menschenmasse umringt wurden. Jeder versuchte irgendwie in meine Taschen zu langen, doch die meisten blockierten sich gegenseitig und die anderen kamen nicht an meinen Händen, die wieder auf die Hosentaschen gepresst waren, vorbei. Leider hatte ich deshalb keine Hand mehr frei, um zu verhindern, dass jemand mir meine Brille vom Kopf klaut. Ich konnte die ganze Zeit kaum vorwärts und rückwärts gehen. Überall waren Menschen. Ich kam dann aber doch irgendwie vorwärts.
Und dann waren auf einmal die meisten Diebe weg. Ich konnte die anderen wieder sehen. Doch bevor ich mich mit ihnen unterhalten konnte, hatten zwei Fremde einen der Diebe geschnappt, festgehalten und ein paar Mal auf ihn eingeschlagen. Er blieb dann erst einmal eine Weile auf der Straße vor einem Taxi liegen. Ich konnte das kaum verarbeiten, als ich eine aus unserer Gruppe 4 Meter entfernt an mir vorbei rennen sah, verfolgt von zwei anderen. Ich lief hinterher und rief gleichzeitig nach den andern. Doch zum Glück wollten die beiden nur helfen und sie beruhigen. Denn vorher ist sie hingefallen, hat dabei einen Schuh verloren und es wurde bei ihr versucht, wie bei allen anderen auch, irgendetwas aus den Taschen zu reißen.
Es wurde ruhiger. Wir konnten uns unterhalten. Außer meiner Brille wurde noch ein Handy geklaut. Trotzdem sind wir, glaube ich, also noch verhältnismäßig gut durchgekommen.
Wir sind dann ins erste Daladala in irgendeine Richtung gestiegen. Zufällig fuhr es Richtung Posta. Oliva, Mirella, Aram und ich sind dann bald ausgestiegen. Die anderen sind dann in Richtung Posta weiter gefahren. Wir haben dann unser Geld zusammen geschmissen, was leider nicht mehr viel war, denn das Dala hat statt dreihundert Schillinge 1000Ths gekostet. Wir hatten dann noch 4300Tsh (ca. 2,70€) für die Taxifahrt. Zum glück war der Taxifahrer bereit uns für die Summe nach Hause zu fahren, nachdem wir ihn unsere Geschichte erzählt hatten. Die fahrt hätte sonst mindestens 6000 Tsh. gekostet.
Zuhause angekommen, konnten wir erst so Richtig darüber nachdenken. „Meine Brille ist weg.“ , „Scheiße.“ und „Ich hoffe meine alte Brille passt noch.“, schossen mir durch den Kopf. Zum glück habe ich ja noch meine alte Brille als Ersatz.
Ich dachte eigentlich, dass ich meine neue Brille eigentlich bei einer spektakulären Verfolgungsjagd mit einem Löwen (bei der der Löwe keines Wegs der gejagte ist) verliere, aber so ist auch OK. Hab ja trotzdem was zu erzählen, wobei der Löwe mir lieber gewesen wäre.
Aber auf die Diebe ich bin nicht wütend. Denn man muss sich vor Augen führen, warum die
das machen. Sie sind arbeitslos, höchst Wahrscheinlich nicht zur Schule gegangen und müssen irgendwie ihr täglich Brot verdienen, wohlmöglich noch für die Familie. Es ist ein hartes Leben. Und wie soll man bitte schön überleben, wenn man auf legale Weise kein Geldverdienen kann. Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe gibt es hier ja nicht. In Deutschland reicht die ja kaum, um eine Familie über die Runden zu bringen, wie soll das dann in einem Entwicklungsland, mit 30%iger Arbeitslosigkeit, funktionieren.
Außer, dass ich nichts mehr sehe, habe ich keiner leih Schaden genommen, weder psychisch noch physisch (wäre beim Löwen vielleicht etwas anders geworden). ES GEHT MIR GUT. Ich bin, als ich im Bett war, auch gleich eingeschlafen und habe so gut und lange geschlafen, wie noch nie hier. Und ich bin eine Erfahrung reicher. Ein nächstes Mal kann dadurch hoffentlich verhindert werden.
Samstag, 1. November 2008
Pflanzenkunde
Hallo Leute,
heute hab ich erstens ein paar Bilder von hiesigen Gewächsen für euch vorbereitet und, ganz was besonderes, ausnahmsweise mal ein Bild von mir.
Die Fotos der Pflanzen habe ich letztes Wochenende auf der Farm der Gastfamilie geschossen. Wir haben zwar vier Stunden für die Hinfahrt gebraucht (für die Rückfahrt zum Glück nur 2 ½), aber es hat sich gelohnt. Zum Essen gab es frisch vom Baum gepflügte Papaya, frisch vom Strauch geschnittene Ananas, ein frisch geschlachteter Hahn und ganz frisch geröstete Cashewkerne. Ich wüste bis dahin gar nicht, dass die total gefährlich sind. Die Cashewkerne sind ja, wie für Nüsse üblich, von einer Schale umgeben. Nur ist diese etwas Weicher, als die herkömmliche Nussschale. Erkennt man vielleicht auch auf den Fotos. Nun ja, jedenfalls wenn man die Schale, ohne sie vorher zu Rösten, auf macht und einem der Saft auf die Haut tropft, werden einige Hautschichten aufgelöst. Nach dem Rösten besteht da zum Glück keine Gefahr mehr.
Ich beim einpflanzen einer Ananasstaude (ist doch ne Staude, oder?)
Kasawa Pflanze (könnt ja ma googlen oder wiken und rausfinden was das is)
Mangobaum (sind leider noch nicht reif)
Cashewkern und Frucht (aus der kann man angeblich sehr starken Wiskey brennen, probiert habe ichs aber noch nicht)
Und zu guter letzt: Melone (leider auch noch nicht reif, wie man sieht)
Mittwoch, 22. Oktober 2008
Ein neuer Eintrag...
Datum: 20.10.2008
Hallo Leute,
mein letzter Eintrag ist ja schon ne Weile her. Seit meinem letzten Eintrag habe ich schon einiges mehr Swahili gelernt, bin jetzt endlich an den Armen schon so braun wie mein Bruder nach 3 Wochen segeln und habe die ersten drei (vorgezogene) Reports für die Spender geschrieben. Das wird schon noch ein bisschen Arbeit 35 Reports zu schreiben, aber deswegen bin ich ja hier.
Seit heute sind nun die ersten drei Waisen, die ich besucht und vermittelt habe, eingeschult worden. Ich hoffe das werden bald noch mehr, denn neun weitere warten bereits auf Sponsoren. Also wer Interesse hat kann sich bei mir (malte_w@hotmail.de) oder bei den „Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.“ (berlin@freunde-waldorf.de), dort aber bitte schreiben, dass man an einer Patenschaft für Waisen an der Hekima Waldorf School in Dar es salaam, Tansania interessiert ist.
Hier in Dar es salaam wird es nun so langsam aber sicher Sommer und immer heißer (als ob es nicht schon warm genug ist). Zum Glück ist es nicht mehr ganz so schwül, wie im September und Anfang Oktober. Die kleine Regenzeit ist auch schon fasst vorbei (es hat hier, seit ich hier bin, maximal 10 Tage geregnet) und das Meer wird immer wärmer.
Aber das Beste sind die Früchte. Lecker. Papaya, Melone, Bananen, Orangen, bald gibt es Mangos, Annas und Kokosnüsse. Gestern habe ich noch eine neue Frucht probiert. Eine natürliche Vitamin-C-Tablette. Die Frucht hat eine ziemlich harte Schale, die man irgendwie knacken muss (für ein Nussknacker ist die etwas zu groß), dann pult man so kleine weise trockene Stückchen raus, tut sie in eine Wasserflasche, dazu gibt man etwas Rohrzucker und Wasser. Nun muss man das ganze nur noch ca. eine Minute schütteln, dabei lösen sich die Stücken auf und man kann es trinken. Schmeckt ziemlich gut nach Vitamin C, nur ist der Mund danach ein ganz kleines bisschen trocken. In der Flasche bleiben dann nur noch die Kerne und einige Fasern zurück.
Mittwoch, 1. Oktober 2008
Bilder vom letzten Wochenende im September
hier habe ich ein paar Bilder von meinem letzten Wochenende (wie die Überschrift schon sagt) am Strand in Kigamboni. Dort haben wir zwei Tage und eine Nacht verbracht. Unglaublich! Ganzbesonders der Sternenhimmel.
Der Blick auf den Strand.
Ein Fischerboot.
Ein anderes Fischerboot im Wasser.
Sonntag Morgen.
Ein Flaschenbaum (weiß nicht ob der wirklich so heißt, passt aber auf jeden Fall).
Freitag, 26. September 2008
Meine Arbeit
Datum: 18.09.2008
Da einige sicherlich sehr neugierig sind, was meine Arbeit betrifft, werde ich euch nun nicht mehr länger warten lassen.
Meine Arbeit teilt sich grob in zwei (drei) Bereiche ein. Der erste umfasst verschiedene Arbeiten, wie z.B. Gartenarbeit, Holzarbeit, Reparaturen und die Remedial Classes. Letzteres ist die Arbeit mir den Schulkindern, die Probleme im Unterricht haben, dort werden dann Koordinations- und Bewegungsübungen, sowie Spiele gemacht.
Der zweite, größere und wichtigere Bereich bezieht sich auf das Waisenprojekt. Dort gibt es verschiedene Teile an denen ich arbeite. Einmal in der Woche, am Donnerstag, fahre ich mit Sarah und (noch) mit Aram zu Waisenhäusern, Großeltern, oder Alleinerziehenden um dort ein Gespräch mit den Erziehungsberechtigten über das (Halb)Waisenkind. Dort werden ziemlich detaillierte Fragen gestellt, damit man die bewegende Lebensgeschichte des Kindes nachvollziehen und eine Zusammenfassung für potentielle Sponsoren schreiben kann. Doch bevor diese per Mail abgeschickt werden, müssen wir erstens diskutieren, ob die Kinder geeignet für die Schule sind (Ausschlussgrund wäre z.B. ein zu hohes Alter) und schauen ob alle Unterlagen vorliegen. Erst nachdem alles vollständig ist, wird nach Sponsoren für die Waisenkinder gesucht. Dies ist natürlich auch meine Aufgabe. Parallel dazu werde ich aber auch nach möglichen Sponsoren suchen, die allgemein bereit wären ein Waisenkind zu fördern, aber noch ohne konkrete mögliche Patenkinder.
Des Weiteren werde ich jedes Halbjahr Berichte über die Waisenkinder für die Sponsoren schreiben, um sie über ihre Patenkinder zu informieren. Diese Berichte enthalten ein Foto, ein gemaltes Bild, ab Klasse 3 einen persönlichen Brief und eine Beschreibung der Entwicklung und der aktuellen Lage des Kindes. Dies alles zusammenzutragen und zu verfassen gehört zu meinen Hauptaufgaben.
Außerdem sind wir gerade dabei, die Papierordner neu zu organisieren und zu aktualisieren. Was bitter nötig ist. Es fehlt hier leider total an Übersichtlichkeit. Im laufe dieser Arbeit wird aufgrund der gesammelten Erfahrungen das Waisenprojekt, bzw. die Methoden, die Mittel und die Arbeit selbst ständig weiterentwickelt. So legen wir z.B. gerade eine Übersicht an von welchen Waisenkindern wir noch welche Unterlagen brachen, und welche auf eine Patenschaft warten.
Ihr seht es ist eine Menge (zur hälfte digitaler) Papierkram.
Der in Klammern stehende dritte Punkt ist die Website zu verwalten. Da Aram die aber gerade komplett überarbeitet und restauriert, werde ich nicht mehr so viel damit zu tun haben. Nur ein paar Kleinigkeiten wie Bilderupload, ändern von Adressen, also hauptsächlich Aktualisierungen. Das ist auch gut so, weil ich noch nicht so viel HTML kann. Muss jetzt also gerade zwei Sprachen lernen. Einmal Swahili und einmal HTML. Dabei ist jedes für sich schon eine kleine Herausforderung (obwohl es sehr einfache Sprachen sind, im Vergleich zu anderen).
Nun seid ihr also auf dem Laufenden, was meine arbeit betrifft.
Hier noch etwas Werbung in eigener Sache:
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
die Hekima Waldorf School verfolgt ein ehrgeiziges Projekt in Dar-es-salaam, Tansania. Obwohl die einzige Waldorfschule in Tansania wenig bis gar nicht von der Regierung unterstützt wird, versucht sie so vielen Waisen wie möglich einen staatlich anerkannten „Primaryschool“-Abschluss (nach der 7.Klasse) auf dieser Schule zu verschaffen.
Für die Waisenkinder stellt die Hekima Waldorf School eine große Ausnahme und gleichzeitig eine große Chance dar, denn die Möglichkeiten für ein Waisenkind sich aus der Armut zu befreien sind größtenteils versperrt. Die staatlichen Schulen sind mit bis zu 100 Schülern pro Klasse überfüllt. Viele der Kinder verlassen die Schule schon nach der 4. oder 5. Klasse, weil sie in dem Schulsystem verloren gegangen sind und später kaum Chancen haben werden sich weiterentwickeln zu können.
Anders geht es den Schülern der Hekima Waldorf School. Es ist zwar eine Privatschule (davon gibt es aufgrund der Lage der staatlichen Schulen sehr viele in Tansania), aber sie ist nicht auf Profit aus. Vielmehr stehen die Kinder im Vordergrund, deshalb ist die Schule nicht umsonst eine der Besten Primary-Schools in Tansania.
Auf der Hekima Waldorf School erhalten die Kinder nicht nur eine schulische Grundbildung, ihnen wird auch Hand-, Garten- und Holzarbeit beigebracht, genauso wie das Singen, Malen und Zeichnen. Dadurch erhalten sie Mittel zu kreativen Problemlösungen. Dies bietet den Waisenkindern, nach Abschluss des Examens der 7. Klasse, sehr gute Vorraussetzungen für den weiteren Bildungsweg.
Wir versuchen dieses Projekt nach Möglichkeit zu erhalten und weiterzuentwickeln, deshalb ist meine Frage an Sie: Wollen Sie einem Waisenkind oder gar mehreren den Weg in ein besseres Leben schaffen und ihm durch eine Patenschaft Schulbildung ermöglichen.
Die Kosten für ein Jahr beinhalten den Transport der Kinder zur Schule hin und zurück, die Schulmaterialien und –gebüren, zwei Tagesausflüge im Jahr, sowie das Essen (dieses Essen in der Schule ist nicht selten das einzige, was die Kinder an dem Tag bekommen) und betragen 750 Euro.
Es ist wünschenswert, wenn Sie eine möglichst lange Zeit (am besten alle 7 Jahre, 9 mit dem Kindergarten; hängt vom Alter des Kindes ab) das Waisenkind unterstützen. Ihnen steht es natürlich frei, selbständig Partner für eine gemeinsame Patenschaft zu suchen. Auch können Sie sich an die „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.“ wenden, diese Organisation wird dann Partner für Sie suchen.
Sollten Sie trotzdem eine kleinere Summe direkt spenden wollen, so wird das Geld in einen Topf für bedürftige Nicht-Waisenkinder an dieser Schule gegeben.
Auf jeden Fall kommt Ihre Spende zu 100 Prozent dem Kind zu gute, es werden keine Abzüge für Verwaltung usw. getätigt.
Als Sponsor erhalten Sie selbstverständlich auch Informationen über das von Ihnen unterstützte Kind. Dieser Bericht enthält ein Foto von dem Kind, ein von ihm gemaltes Bild, eine schriftliche Beschreibung der Entwicklung des Kindes sowie, wenn es in der 3. Klasse oder höher ist, einen persönlichen Brief.
Zum Abschluss noch etwas zu meiner Person:
Ich heiße Malte Warncke und bin an der Schule „Weltwärtsdienstleistender“, also ein Freiwilliger, der die Schule bei dem Waisenprojekt und dem Kontakt mit Deutschland unterstützt. Von mir erhalten Sie, entweder halbjährlich oder jährlich, dies ist Ihnen überlassen, die Berichte.
Ich bin bis Ende August 2009 an der Schule, nach meinem Jahr wird ein anderer Freiwilliger meine Arbeit fortsetzen.
Wir würden uns sehr, und ganz besonders die Waisenkinder, über Ihre Unterstützung freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Malte Warncke
Bei interesse einfach bei mir melden.
Malte_w@hotmail.de
Samstag, 13. September 2008
Das Essen
Datum: 13.09.2008
Hallo Leute,
da ich diese Woche ausnahmsweise zwei Mal ins Internet gekommen bin, wollte ich euch einen weiteren Eintrag nicht vorenthalten.
Ich habe vor meiner Abreise im Reiseführer gelesen, dass die tansanische Küche sehr gewürzt arm ist, also kein kulinarisches Highlight. Dem kann ich (leider) nur zustimmen.
Aber das essen schmeckt trotzdem.
In der Schule gibt es am Montag immer Reis mit so einer Art Tomatensoße und etwas Fleisch.
Von Dienstag bis Donnerstag gibt es Reis mit Bohnen (schmeckt mit Banane sehr köstlich) und am Freitag gibt es mehrere verschiedene Bohnen. Zum Nachtisch gibt es dann entweder Melone oder Banane.
Es ist zwar nicht sehr außergewöhnlich, aber man kann es sehr gut essen.
Trotzdem muss ich zur Verteidigung der tansanischen Küche sagen, dass die Familien hier sehr lecker kochen. Nur kriege ich im Kindergarten und in der Schule leider nicht so viel davon mit. Auch sind die Restaurants, die ich bisher kenne, nicht viel besser. Da gibt es dann entweder Chips oder Reis mit Bohnen. (Es gibt natürlich auch sehr viele Ausnahmen, nur habe ich bisher erst eine kennen gelernt.)
Doch ab und zu gibt es schon etwas leckeres, wenn ich die anderen Freiwilligen besuche oder wenn wir am Wochenende mal etwas kochen (z.B. Fisch mit Reis und Bohnen, oder Chips und vielleicht machen wir uns auch mal Spagetti, also was ganz anderes).
Also ich muss schon sagen, dass die Fisch und Chips in Bagamoyo bisher das Beste essen waren, aber ich bin ja noch eine Weile hier und werde mit Sicherheit noch vieles Leckeres kennen lernen.
Grüße von der Südhalbkugel
Malte
Dienstag, 9. September 2008
Bagamoyo
Hallo Leute,
hier sind ein paar Bilder von meinem Trip nach Bagamoyo diesen Samstag. Diese Stadt war, als Tansania noch Teil Deutsch-Ostafrikas war, die Hauptstadt der deutschen Kolonie.
Hier haben wir die (schon ziemlich heruntergekommene) Altstadt besichtigt. Dort haben die deutschen Bauwerke und einige Künstlergalerien besucht. Man sollte an dieser Stelle sagen, dass Bagamoyo heute die Kunsthochburg von Ostafrika ist, dort ist auch die Kunstuniversität. Einmal im Jahr findet dort ein großer Kunstmarkt statt. (Von dem werde ich garantiert berichten.)
Ein besonderes Erlebnis ist es, frisch gefangenen Fisch direkt am Strand von den Fischern zu kaufen, diesen dann anschließend auf dem Fischmarkt zubereiten lassen und schließlich zu essen. Köstlich!
Zudem kann man hier noch toll baden. Aber schaut euch einfach die Bilder an:
Gebäude.
Das ehemalige Hauptgebäude der deutschen KolonieDeutsch-Ostafrika.
Ein Fenster von dem Gebäude.
Ein kleiner Schuppen.
Palmen.
Und der Strand.Bilder von der Schule und dem Kindergarten
Die Taxifahrt
1Datum: 05.09.2008
Hallo Leute,
mir ist eingefallen ich könnte euch ja auch von meiner Taxifahrt zur Schule erzählen:
Wenn man aus dem Flughafen kommt, merkt man gleich, dass man in Afrika ist. Im Hintergrund stehen riesige Palmen, links vom Flughafen verläuft eine staubige Straße und vorm Flughafen lauern einem die Taxifahrer auf, um möglichst schnell einen Fahrgast zu bekommen.
Mir hat einer der Sicherheitsbeamten vom Flughafen netterweise geholfen, einen vom Flughafen registrierten, und somit Vertrauenserweckenden Taxifahrer zu finden. Da hinten keine Sicherheitsgurte waren, stieg ich vorne ein. Kurz nachdem wir, der Taxifahrer und ich, losgefahren sind, wurden die Türen verriegelt. Ich hatte da ein ungutes Gefühl, aber auf nachfrage sagte mir der Taxifahrer, dass es eine Sicherheitsmaßname ist. Dem war anscheinend auch so.
Wir fahren eine etwas größere Straße, als die am Flughafen, aber dafür noch staubiger und vor allem mit viel mehr Verkehr, der so was von chaotisch ist. Ich frage mich ernsthaft wozu die Regierung Geld für Straßenschilder ausgibt, wenn eh keiner diese „Hinweise“ beachtet. Das Selbige gilt übrigens auch für Ampeln, sofern es welche gibt. Aber vielleicht ist das auch nur ein falscher erster Eindruck, es wird sich zeigen.
Links und Rechts fand ich mich gleich mit Absoluter Armut konfrontiert. Slums wie sie im Buche stehen. Wellblechhütten, Unmengen von Müll und noch mehr Armut. Auf der Straße zum Teil extremes Kontrastprogramm: Sehr teure Luxus-Geländewagen. Und alles auf einem Haufen.
Also wir schließlich von der Hauptstraße in die Nebenstraße fuhren, wurde der Eindruck der Armut noch verstärkt. Die Straße war nicht asphaltiert. Es war eine Sandstraße, mit Höhenunterschieden von zum Teil einem Meter auf zwei Meter Wegstrecke.
Über die Entstehung der Schlaglöcher werde ich euch dann nach der Regenzeit schreiben.
Hier gab es noch mehr Müll auf den Straßen (also es ist jetzt nicht total viel, aber mehr, als man als Deutscher gewöhnt ist).
Dann fuhren wir eine Zeit durch diese ganzen Nebenstraßen, die alle gleich aussahen, kamen ab und zu wieder auf die Hauptstraße, aber gefunden haben wir die Schule lange nicht. Dann fuhren wir endlich, bei der sechsten Nachfrage, oder so, in die richtige Richtung. Der Taxifahrer wäre aber glatt an der Schule vorbeigefahren, wenn mir nicht die weiße Mauer, Google Earth sei Dank, bekannt vorgekommen wäre. Deshalb drehte ich mich um und sah DAS Schild. Hekima Waldorf School. Ich war am Ziel. Der Fahrer wendete und ich betrat kurz darauf das Schulgelände.
Erster Eintrag aus Tansania
Datum: 04.09.08
Hallo Leute,
So. Nun bin ich angekommen. Genauer vor einer Woche, aber jetzt habe ich das erste Mal Zeit gefunden, etwas zu schreiben.
Da diese Frage wahrscheinlich vielen auf den Fingern brennt: Ja, mir geht es hier gut. Ich habe mich hier unten in das Leben eingefunden, auch wenn noch nicht eingelebt, was wahrscheinlich auch noch ein paar Monate dauern wird (geht wohl schneller, wenn man die Sprache kann, da bin ich übrigens fleißig dabei).
Für den Deutschen an sich ist das Leben hier sehr sehr locker, soll heißen, dass man hier nicht so viel von festen Zeiten hält, man ist hier gemütlicher. Beispiel: Wenn ein Tansanier sagt, ich komme um 18:00, taucht er frühestens um 18:45 auf und evt. gar nicht, anders beim Feierabend, da ist pünktlich, wie bei den Deutschen, also uns, Schluss. Aber wenn man schon mal hier war, versteht man diese Mentalität auch ziemlich schnell, es ist einfach zu heiß für Pünktlichkeit, denn das bedeutet immer auch Stress zu haben, folglich auch viel zu schwitzen, was hier nicht so gut ist. Aber ich mag das Leben hier, trotzdem ich Deutscher bin und soweit ich das schon sagen kann.
Bis jetzt geht es für mich noch nicht so richtig los, denn ich soll mich erst einmal Umschauen. Aber nächste Woche habe ich dann einen Arbeitsplan. Doch ich weiß jetzt schon, denke ich zu mindestens, dass es Zeiten geben wird, in denen ich ziemlich viel zu tun haben werde (so im Oktober, November und im Mai), also dann, wenn ich die Berichte anfertigen muss (dazu später mehr, wenn ich mal meine genaue Arbeit erklären werde). Und im Gegensatz dazu, wird es aber auch Phasen geben, wo ich eher sehr wenig zu tun habe, da liegt es dann an mir, mir Aufgaben zu suchen und selbstständig etwas zu machen (wird sich herausstellen, was das sein wird).
Jetzt noch ein paar allgemeine Erklärungen:
1) Da das mit dem Internet hier in Tansania noch nicht so weit fortgeschritten ist, werde ich nur ab und zu ins Internetcafe kommen, deshalb werde ich die Texte zuhause alle vorschreiben, folglich ist das Datum der Veröffentlichung nicht das Datum des Entstehens des Textes/der Mail. Und es kann passieren, dass ich mehrere Texte mit verschiedenen Datierungen gleichzeitig veröffentlichen werde.
2) Der Name der Seite ist ein Wortspiel, wie einige schlaue Menschen sicherlich bereits gemerkt haben, mit der Stadt in der ich lebe (Dar-es-salaam, kurz auch Dar genannt) und dem Wort da.
3) Dar-es-salaam heißt übrigens „Hafen des Friedens“
Hier noch ein paar Dinge, die für ein Nordhalbkugler und Nicht-Äquatorianer ganz anders sind:
1) Es ist hier sehr früh dunkel (so um 19:00 Uhr) und es gibt so gut wie keine Dämmerung, vielleicht 5 Minuten.
2) Der Mond sieht anders aus: Die Sichel ist hier eher eine Schale (also momentan, in einem Monat ist es dann wohl eher eine auf dem Kopf stehende Schale).
3) Die Sonne bewegt sich anders herum, weiß aber noch nicht genau von wo nach wo, aber auf jeden Fall ist der höchste Stand in ungefähr in östlicher Richtung.
Man hat ja hier auch so selten einen Kompass dabei. Und die mir bekannten Faustregeln, was die Himmelsrichtungen betrifft, gelten hier ja leider nicht.
Ja und dann gibt es noch die Dinge, die ein das Leben etwas schwerer machen:
1) Es gibt hier selten bis gar kein Fließend Wasser.
Das Duschen funktioniert so, dass man einen großen Eimer Wasser in die Duschkabine (die gibt es hier schon) mitnimmt, sowie einen kleinen zum schöpfen, der Rest ist dann wie bei uns zu Hause.
Bei den Toiletten ist das allerdings ein etwas größeres Problem.
2) Hier gibt es auch keine Waschmaschinen (zumindest habe ich noch keine gesehen), dass heißt man muss alles per Hand waschen.
Das ist aber auch in Ordnung, denn man hat schon die Zeit dafür. In Europa, wo die Zeit immer schneller voranschreitet, wäre das aller Dings ein größeres Problem. (Von den körperlichen Belastungen mal abgesehen).
Ich denke jetzt habt ihr erst einmal genug gelesen.
Bis zum nächsten Mal.
Euer Malte
Donnerstag, 21. August 2008
Vorbereitungsseminar / Tansania ich komme!!!
ich komme gerade von meinem Vorbereitungsseminar für den Weltwärts-Dienst aus Helmarshausen.
Wir haben dort 10 Tage lang volles Programm gehabt. Unteranderem wurde der Träger, also die Organisation mit der ich am Weltwärts-Dienst teilnehme, nochmals vorgestellt. Dann wurden die über 60 Teilnehmer auf verschiedene Länder-Regional-Gruppen (LRG) aufgeteil. Es gab insgesammt 7 Stück. Osteuropa, Indien-Parkistan, Indien, Südafrika, Afrika und 2x Brasilen.
In den LRGs haben wir nützliche Dinge wie Erfahrungsberichte von Ehemaligen gehört, aber auch Tipps und Tricks durchgenommen. Dort haben die Teilnehmer, also wir, auch unser Berichte über unsere Zielländer gehalten.
Gleich am 12.8 (also der 3. Tag) gings in die Hospitation. Dort haben wir Freiwilligen verschiedene Waldorf- und antroposophische Einrichtungen besucht.
Ich habe mir auf Schloss Hamborn, die größte Einrichtung Deutschlands, den Kindergarten angeschaut. Ich habe da natürlich gleich mitgemacht und wurde von den lieben kleinen Kindern sofort aufgenommen. Zum Schluss habe ich sogar zwei Bilder von ihnen bekommen.
Am nächsten Tag hatten wir den Kulturschock schlecht hin durchgelebt. Wir besuchten die (fiktive) Albatross-Insel und verstanden die Rituale völlig falsch. Jeder von uns hat die Riten als frauenfeindlich und diskriminierend aufgefasst (aufgrund unserer Vorurteile, die jeder hat, auch wenn man es nicht beabsichtig). Stattdessen bekamen die Frauen die höchste Ehre in dieser Kultur. Sie durften der Erdgöttin am nächsten sein, in dem sie auf dem Bodensaßen, wärend die Männer auf stühlen sitzen und das Essen vorkosten mussten.
Dieses Erlebnis hat uns allen schon zu denken gegeben.
Beim Mittagessen ging es dann gleich weiter mit dem Kulturschock. Es gab kein Besteck. Wir mussten alle mit den Händen essen. Nachdem man die ersten paar ungewohntern "hände-voll-Essen" gegessen hatte, ging das auch ganz gut. Mit der Zeit ließ auch das Bedürfniss die Hände möglichst sauber zu halten nach.
Ja, also ich könnte noch viel mehr über meine Erlebnisse auf dem Seminar schreiben, aber das würde zu weit gehen. Ich muss ja noch etwas Platz lassen, für meine Berichte aus Tansania.
Nur so viel ist noch zu sagen, so wie auf der Insel ging es nicht die ganze Zeit zu, wir haben auch verschiedene Berichte über Entwicklungszusammenarbeit oder Tropenmedezin gehört.
Und mit das wichtigste *grins*: Am Montag (18.08) gab es natürlich ne fetzige Party mit den ganzen Teilnehmer und den Teamern (also die Ehemaligen + Seminarleitung).
Ich muss schon sagen, dass waren echt klasse 10 Tage.
Zum Abschluss noch ein Lied was wir jeden Morgen gesungen haben:
Jenny Mama (8x)
Ja tu susika ia turmina
Ja tu ja waja bej ja waja
turmina susika
Das ist ein hawaiianisches Lied, bei dem kein Mensch weiß, was wir da eigentlich gesungen haben.
Also Leute,
bis zum nächsten mal (dann wahrscheinlich aus Tansania)
euer Malte
Bilder vom Vorbeireitungsseminar
hier sind nun ein paar Bilder vom Seminar:
Am Montag, den 11.08 haben wir eine Rally gemacht, dies sind nun ein paar Bilder der Stationen:
Nachdem ich vergeblich versucht habe, einen Eimer Wasser auf dem Kopf zu tragen, sah ich so aus.
Ein Baum auf den Feldern vor der Herberge.
Das Fenster offene Fenster ganz links (3. von unten), ist das unseres Zimmers
Meine LRG.
Meine neuen Freunde.Von Links: Tanja, Etienne und Josi.












